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Endokrinologie

Metabolisches Syndrom: Diagnose

Metabolisches Syndrom

Definition

Symptomenkomplex von kardiovaskulären Risikofaktoren, welcher zu einer erhöhten Mortalität vor allem an Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Es gibt eine Reihe von Definitionen, die derzeit meist verwendete ist jene nach NCEP-ATP-III. Man spricht vom Vorliegen eines metabolischen Syndroms, wenn mindestens drei der Kriterien erfüllt sind. In letzter Zeit wird versucht, den Fokus vermehrt auf das Kriterium Bauchumfang zu legen. In den IDF-Kriterien werden zudem die diagnostischen Grenzwerte für den Bauchumfang an den ethnischen Hintergrund angepasst (die in der Tabelle angegebenen Grenzwerte beziehen sich auf Kaukasier).

Kriterien des metabolischen Syndroms nach WHO, NCEP-ATP-III und IDF
  WHO (1999) NCEP-ATP-III (2001) IDF (2005)
  Schlüsselkriterien plus 2 beliebige weitere Kriterien 3 beliebige aus 5 gleichwertigen Kriterien Schlüsselkriterien plus 2 beliebige weitere Kriterien
Metabolischer Status

- impaired glucose regulation (IGT) oder Diabetes und/oder

- Insulinresistenz (reduzierte Glukoseaufnahme im hyperinsulinämisch-euglykämischen Clamp)

- Nüchternblutzucker
>110 mg/dl

- Nüchternblutzucker
> 100mg/dl oder zuvor diagnostizierter Typ-2-Diabetes

Adipositas - Waist/Hip Ratio >0,9 (Männer) bzw. >0,85 (Frauen) oder BMI
>30 kg/m2
- Bauchumfang >102 cm (Männer) bzw. >88 cm (Frauen) - Bauchumfang >94 cm (Männer) bzw. >80 cm (Frauen)
Blutdruck - RR >140/90 mm Hg - RR >130/>85 mm Hg - RR >130/>85 mm Hg oder antihypertensive Therapie
Serumlipide - Triglyzeride >150 mg/dl und/oder</p>

HDL-C <35mg/dl (Männer) bzw. <39 mg/dl (Frauen)

- Triglyzeride
>150 mg/dl</p>

- HDL-C <40 mg/dl Männer) bzw. <50 mg/dl (Frauen)

- Triglyzeride
>150 mg/dl oder
spezifische Therapie</p>

- HDL-C <40 mg/dl Männer) bzw. 
<50 mg/dl (Frauen)
oder
spezifische Therapie

Albuminurie - Albuminausscheidung
> 20g/min ODER Albumin/Kreatinin-Ratio
> 30mg/g
   
Ursache

Fehl- bzw. Überernährung mit vermehrtem Konsum gesättigter Fette und rasch resorbierbarer Kohlenhydrate führt bei entsprechender genetischer Prädisposition zu einer bauchbetonten, s.g. viszeralen Fettakkumulation. Diese ist auf Grund eines erhöhten Fettsäure-Turnovers und der veränderten Sekretion von Adipozytokinen (z.B. Adiponectin) mit Insulinresistenz und konsekutiver Hyperinsulinämie verbunden. Die anatomische Lage des viszeralen Fettgewebes führt außerdem über den Einstrom freier Fettsäuren aus dem Pfortadergebiet zur Triglyzeriddeposition in der Leber (Steatose) und zur Hyper-/Dyslipidämie. Bei entsprechender Disposition kann die Hyperinsulinämie nicht aufrechterhalten werden, sodass sich ein Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt. Das Ausmaß der viszeralen Fettakkumulation lässt sich am einfachsten anhand des Bauchumfangs abschätzen. Für Männer gilt ein BU von >102cm, bei Frauen >88cm als diagnostisch. Derzeit wird die Herabsetzung der Grenzwerte für den Bauchumfang in Abhängigkeit vom ethnischen Hintergrund diskutiert. Für die kaukasische Bevölkerung sollte dann der diagnostische Schwellenwert bei Männern 94cm, bei Frauen 80cm betragen. Diese Definition ist jedoch auf Grund der fehlenden wissenschaftlichen Absicherung noch nicht etabliert.

Symptome
Diagnostik
  • Erhebung von Bauchumfang (ev. Taillenumfang und Berechnung der Waist/Hip Ratio), Körpergewicht und BMI
  • Ermittlung der Körperzusammensetzung (bioelektrische Impedanzanalyse)
  • Messung des Blutdrucks und der Herzfrequenz
  • Erhebung des Lipidstatus
  • Bestimmung von NBZ, gegebenenfalls HbA1c und OGTT
Komplikationen
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Letztes Update:5 März, 2009 - 12:40